Hohe Akku-Belastung bei werbefinanzierten Android-Spiele-Apps

Dienstag, 10. April 2012

Wer häufig kostenlose Android-Spiele-Apps auf seinem Smartphone nutzt, der braucht sich über einen ständig entleerten Akku nicht zu wundern. Populäre Gratis-Apps wie „Free Chess“ oder „Angry Birds“ verschwenden bis zu 75 Prozent der verwendeten Energie für interne Zwecke. Dabei kann die Nutzung eines einzigen werbefinanzierten Apps einen Smartphone-Akku in nur 90 Minuten entleeren.

Enorme Energieverschwendung bei der Nutzung von Gratis-Apps

Wie eine Studie des Computer-Wissenschaftlers Abhinav Pathak nachweist, werden nur zehn bis 30 Prozent der benötigten Energie für die Kernfunktionen der Apps verwendet. Der Rest wird darauf verschwendet, das Nutzerverhalten des Spielers zu überwachen und auszuwerten sowie entsprechende Werbung zu laden. Wer also häufig auf werbefinanzierte Gratis-Apps zugreift, bezahlt dafür mit Akku-Leistung und sollte sein Ladegerät immer griffbereit haben. Besonders ärgerlich ist diese Verschwendung der Akku-Energie, wenn das Aufladen nicht jederzeit ohne Weiteres möglich ist, zum Beispiel auf Reisen.

Das beliebte Android-App „Angry Birds“ zum Beispiel verwendet nur 20 Prozent des Energiebedarfs für die Berechnung des Spielgeschehens und die Display-Darstellung. Das Gratis-App benötigt jedoch 45 Prozent der Energie, um per GPS den Standort des Spielers zu ermitteln und diesen Aufenthaltsort per 3G-Verbindung an einen Werbeserver zu melden. Der Server schickt dann die jeweils passenden Werbebanner an das Endgerät zurück. Obwohl diese Datenübertragungen erheblich schneller abgeschlossen sind, wird die Verbindung zum Server jedes Mal 10 Sekunden lang aufrecht erhalten. Allein auf diese 3G-Verbindungen entfallen 28 Prozent des gesamten Energieverbrauchs von „Angry Birds“.

Was ist der Hauptgrund für die hohe Energieverschwendung?

Abhinav Pathak sieht den Grund für die Energieverschwendung der Gratis-Apps in einem ineffizient programmierten Dritt-Hersteller-Code. Dieser wird von den Entwicklern der Apps genutzt, um für Einnahmen durch entsprechende Werbeeinblendungen zu sorgen. Der Computer-Wissenschaftler hat angekündigt, seine Studie diesen Monat auf der EuroSys 2012 in Bern ausführlich vorzustellen.