Microsoft und das Zeitalter der App Stores

Donnerstag, 31. Januar 2013

Mit seinem Betriebssystem Windows 8 wollte Microsoft nicht nur vieles besser, sondern auch alles anders machen. Eine intuitive Oberfläche aus Livekacheln und die Implementierung von Touch-Gesten sorgen für einheitliche Bedienung vom Windows Phone bis hin zur Workstation. Leider kommen die Apps mit der Entwicklung nicht mit.

Windows 8 – Unklare Prämisse

Die Vereinheitlichung von Tablet, PC und Smartphone erschien für Microsoft nur ein logischer Schritt zu sein und optisch ähneln sich Windows 8, Windows RT und Windows Phone tatsächlich. Bei den äußeren Ähnlichkeiten hören die Gemeinsamkeiten allerdings auf, denn Programme für die verschiedenen Betriebssysteme sind untereinander nicht kompatibel. Noch komplizierter wird es, da Tablets wie Microsofts Surface Pro Windows 8 (also die PC-Version) als Betriebssystem benutzen. Das ist insbesondere für Nutzer ärgerlich, die von einem anderen Windows Tablet umsteigen – die müssen nämlich alle Apps neu kaufen. Da die Entwicklerplattformen für die Windows-Versionen grundlegend unterschiedlich sind, ist für Entwickler eine einheitliche Entwicklung nicht möglich.

Auch den Weg zur digitalen Distribution hat Microsoft verschlafen. Was für Apple und Google mit iOS und Android längst schon Standard war, versuchte Microsoft mit hoch gesteckten Hoffnungen aufzuholen. Drei Monate nach dem Verkaufsstart von Windows 8 wollte der Softwareriese aus Redmond 100.000 Apps in seinem Store wissen, bisher sind es jedoch nur rund 40.000 (auf deutsch gibt es gar bisher nur rund 23.000 Apps). Zum Vergleich: Apple und Google verfügen über jeweils rund 700.000 Anwendungen in ihren App Stores.

Keine Besserung in Sicht

Im November und Dezember konnte sich der App Store von Microsoft noch über extrem viele Neuzugänge freuen und entsprach damit den stetig wachsenden Zahlen an Programmen, die digital vertrieben werden. Die schwache Qualität vieler Programme tat jedoch ihr Übriges, um das Wachstum zu verlangsamen. Dies scheint insbesondere deswegen kritisch, da die Prognosen für das Wachstum der Konkurrenz beeindruckend sind.