Neue Hartz IV-App spaltet die Gemüter in Deutschland

Donnerstag, 25. September 2014

Selten hat die Markteinführung einer App die Wogen so hoch gehen lassen wie nun. Denn die neue Hartz-IV-App „iSozial“ wird ein Stück des deutschen Sozialwesens revolutionieren. Immerhin soll es nach der Einführung in den kommenden Tagen möglich sein, seinen Antrag auf Arbeitslosengeld einfach am Handy auszufüllen und einzureichen. Doch was so manches Gemüt erhitzt, ist die Tatsache, dass die App auch auf Rumänisch und Bulgarisch erscheinen soll.

Bürokratie wird vereinfacht

Im Prinzip ist die Idee, die hinter „iSozial“ der beiden Unternehmer Peter König und Frank Massenberg steht, eine durchaus gute. Denn wo es bislang enormen bürokratischen Aufwand brauchte, um den Antrag auf Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zu beantragen, reichen in Zukunft zehn Minuten und eine App. Gut erklärt und mit leicht verständlichen Begrifflichkeiten aufgebaut, ist die App aber nicht nur für Einheimische eine Erleichterung, denn es wird die App auch in rumänischer und bulgarischer Sprache geben.

Sozialschmarotzer oder gut gebildete Einwanderer?

Und genau bei der Sprachenthematik setzt die Kritik auch an. Denn mit dieser können Rumänen und Bulgaren nicht nur ihren Antrag auf die Sozialleistungen mobil einbringen, sie könnten auch quasi von der Heimat aus mit einem Klick überprüfen, ob sie überhaupt anspruchsberechtigt in Deutschland wären. Während die einen nun wettern, dass damit Sozialschmarotzern die Tür nach Deutschland weit aufgemacht werde, argumentieren die anderen, dass gerade Hartz IV eine gute Ausgangsbasis für einen späteren Einstieg am Arbeitsmarkt sein. Immerhin sind laut des Institutes für Wirtschaftsforschung 80 Prozent der Leistungsbezieher am Arbeitsmarkt jederzeit verfügbar. So könnte der Fachkräftemangel, unter dem Deutschland nachweislich leidet, effektiv abgebaut werden können. Und Rumänen oder Bulgaren, die gerne hier arbeiten würden, wird durch die Nutzung der iSozial-App die Angst vor Armut genommen.


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