Syrien: Populäre App der Opposition führt zum Verbot des iPhones

Dienstag, 6. Dezember 2011

Eine Smartphone App der Opposition des politischen Regimes sorgt in Syrien dafür, dass das iPhone dort von nun an gesperrt ist und als illegale Ware gilt. Bei der App der Opposition handelt es sich um eine Anwendung, die Bilder und Informationen zum politischen Terror im vom Krieg geplagten Land auflistet. Ziel des Regimes ist es, durch das Verbot zu verhindern, dass solche Bilder in das Internet gelangen und die Welt davon Wind bekommt.

Sämtliche Nutzer, die mit einem iPhone von nun an erwischt werden, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Zoll hat den Befehl sämtliche Produkte dieser Art, die aus dem Apple-Haushalt stammen, direkt zu konfiszieren. In Beirut wurde der Nachrichtenagentur dieses Verbot von Seiten zahlreicher Demonstranten bestätigt, die sich einmal mehr in ihren persönlichen Rechten beeinträchtigt fühlen.

Dabei handelt es sich bei der App mehr um ein Netzwerk gegen Terror, welcher mit Bildern bekämpft werden soll. Demonstranten schießen Live-Fotos und teilen diese direkt mit Leidensgenossen und der virtuellen Welt. Da allerdings die meisten Syrier allgemeinhin kein iPhone haben, trifft das Verbot vor allem Touristen. Diese werden sofort inhaftiert, sollte ein solches Gadget bei ihnen gefunden werden, da sie dann als Spione gelten.

Seit Beginn der Aufstände Anfang 2011 wurden in Syrien bereits mehr als 4.000 Menschen getötet. Laut Experten wird geschätzt, dass etwas weniger als fünf Millionen Einwohner des Landes über einen Internetzugang verfügen. Dies entspricht rund einem Fünftel der Gesamtbevölkerung Syriens. Ob andere Smartphones ebenfalls von dem Verbot betroffen sind, ist bisher unbekannt. Allerdings gibt es Apps wie die besagte auch für das iPad, sodass ein Verbot dieses Tablet-PCs ebenfalls als sicher gilt.